Wahl in Sachsen-Anhalt steht bevor Kann er auch anders? Bei der Ost-CDU wird das große Problem der Methode Laschet sichtbar

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FOCUS-Autorin 

Am 6. Juni sind in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen. Der Parteichef und Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, soll beim Wahlkampf vor Ort unterstützen. Kann er das? Und was bedeutet es für die Bundestagswahl, wenn nicht?

Armin Laschet (CDU) hat ein Problem im Osten: Sowohl Thüringen, Sachsen, als auch Sachsen-Anhalt fremdeln mit dem CDU-Kanzlerkandidaten. Für den Parteivorsitz hätte man Friedrich Merz bevorzugt (CDU), als Kanzlerkandidaten lieber Markus Söder (CSU) gehabt. Es herrscht die Sehnsucht nach einem mit klarer Kante. Bekommen hat man Armin Laschet. Einen Moderator des Ausgleichs.

Was fehlt, sind die klaren Worte: der Machergeist. Gerade im Wettkampf mit der AfD, den Meistern des Zuspitzens, muss es gelingen, Inhalte schnell und einfach auf den Punkt zu bringen.

AfD in Sachsen-Anhalt zweitstärkste Kraft

In nur wenigen Wochen wird die Methode Laschet zum ersten Mal auf die Probe gestellt. Ausgerechnet in Sachsen-Anhalt. Dort sind am 6. Juni Landtagswahlen. Eine Bewährungsprobe, die für die CDU richtungsweisend sein könnte.

Einer aktuellen Insa-Umfrage zufolge ist die AfD mit 24 Prozent dort derzeit zweitstärkste Kraft. Knapp hinter der CDU, die bei 26 Prozent steht. Die Bedrohung von rechts ignorieren geht hier nicht mehr. Der amtierende CDU-Ministerpräsident vor Ort, Reiner Haseloff, weiß das. Er weiß auch, dass ein Armin Laschet verlorene Wähler womöglich nicht zurückholen kann. Von einem potenziellen Neuzuwachs mal ganz abgesehen. In Sorge um seinen Landesverband war er es, der sich vor ein paar Wochen als Erster von ihm distanzierte, als es um die Kanzlerkandidatenfrage in der Union ging.

Bisher hat sich Laschet nicht als Ostversteher hervorgetan

Im Konrad-Adenauer-Haus sind die Sorgen aus den neuen Bundesländern bekannt. Und trotzdem hat sich der Parteivorsitzende bisher wenig bis gar nicht als Ostversteher hervorgetan. Bei einer digitalen Runde mit Thüringer CDU-Politikern in der vergangenen Woche wird das Problem deutlich: Als die Kameras angehen, blickt ein träger Laschet in die Linse. Keine Spur von Elan. Nicht einmal ein freundliches Lächeln, so beschreibt es ein Teilnehmer. Während der Landesvorsitzende Christian Hirte begrüßt, blättert der Ehrengast in seinen Unterlagen, wirkt unvorbereitet und schaut grimmig. Erst als er selbst zu sprechen beginnt, ziehen sich seine Mundwinkel ein Stück nach oben. Die Stimmung zu Beginn: Spürbar schlecht.

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Im Laufe der Sitzung gelingt es ihm an diesem Freitagnachmittag dann aber doch noch zu punkten. Mit Inhalten. Jedes: „Aber Markus Söder …“ konnte er widerlegen. Klimapolitik? Mache er wirtschaftsfreundlicher. Migrationsprobleme? Man solle sich doch nur mal den Kurs ansehen, den er in den vergangenen Jahren mit seinem Innenminister Herbert Reul gefahren sei. Langsam, aber sicher überzeugt Laschet. Nicht alle. Und längst nicht komplett. Aber in Teilen.

Laschets Wahlkampf im Osten

Als Laschet in dieser Woche auf die AfD angesprochen wird, findet er sehr schnell sehr klare Worte: „Mit der AfD wird nicht koaliert, nicht kooperiert, nicht einmal verhandelt“, sagt er in einer Pressekonferenz. Und fügt hinzu: Ziel müsse es sein, dass diese Partei gar nicht mehr in den Parlamenten sitzt. So einfach ist das aber nicht. Nicht im Bund und noch weniger im Osten. Dort wartet die rechte Partei nur auf frustrierte Wähler der CDU. Eigentlich kann Laschet die Konservativen bedienen. Sehr gut sogar. Nur eben nach Innen. Und auf Nachfrage.

Für den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt wurde der Parteichef trotz kriselnder Stimmung mehrfach angefragt. Auch Reiner Haseloff (CDU) hat ihn eingeladen. Ein paar Termine sollen vor Ort stattfinden können. In Sachsen-Anhalt wird Armin Laschet zeigen müssen, wie gut er Wahlkampf kann. Oder ob er doch Friedrich Merz mitbringen muss.

Bitte lesen Sie das Original im Focus Online:

https://www.focus.de/kultur/gesellschaft/wahl-in-sachsen-anhalt-zwischen-hoffnung-und-angst-in-sachsen-anh_id_13262544.html

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