Weil sie auf Palästinenser-Demo Israel-Fahne zeigte: Frankfurter Polizei ermittelt gegen Jüdin

(Foto:Imago/ZUMAWire)
Die Jüdin Ana Agre, eine junge israelische Musikerin, die seit längerem berufsbedingt in Deutschland lebt, fühlte sich als Israelin am 1. Juli von einer in Frankfurt stattfindenen pro-palästinensischen Demonstration der umstrittenen arabischen Organisation Samidoun provoziert. Deshalb stellte sie sich, wie die „Achse des Guten“ berichtet“, aus stummem Protest mit einer kleinen, küchenhandtuchgroßen Israel-Fahne auf den Platz, über den der Demonstrationszug der jungen Muslime und ihrer deutschen Sympathisanten zog. Sie stand dort nur friedlich, bleib stumm und sagte nichts (zumal sie nur Englisch, Hebräisch und Russisch beherrscht, nicht jedoch Deutsch).

Es dauerte nicht lange, bis die junge Frau mit Parolen wie „Nazis raus“ und sonstigen Schmähungen attackiert und vor allem von wütenden jungen Muslimen übelst beleidigt wurde. Statt sie vor dem Mob zu schützen, sprach ein besonders eifriger Frankfurter Polizist Ana Agre kurz darauf auf Englisch an und forderte sie barsch auf, den Platz zu verlassen; zudem nahm er ihre Personalien auf, weil sie die Demonstranten „provoziert“ habe. Als sich Agre daraufhin verteidigte und sich nicht entfernen wollte, erteilte ihr die Polizei einen Platzverweis. Laut dem „Achse“-Bericht antwortete der Beamte auf ihre Frage, wieso sie in Frankfurt ihre Israel-Fahne nicht zeigen dürfe: „Because I don’t like it.“ („Weil mir das nicht gefällt.“).

„Judenverfolgung“ angedroht, fast wörtlich

Einige Wochen später ging der fast schon vergessene Spuk in die nächste Runde – als der Frau dann plötzlich eine polizeiliche Vorladung der Kriminaldirektion Frankfurt zugestellt wurde, zu der sie wegen „Beleidigung gemäß Paragraph 185 Strafgesetzbuch“ erscheinen solle (Aktenzeichen: ST 0697601/2020). Eine unsägliche, nicht nur vor historischem Hintergrund gegenüber einem israelischen Gast in Deutschland mehr als unsensible Formulierung in der Vorladung  lautete: „Sollten Sie zu Ihrer Vernehmung/Anhörung nicht erscheinen oder nicht rechtzeitig Hinderungsgründe benennen, wird davon ausgegangen, dass Sie bei der Polizei keine Angaben machen wollen. Der Vorgang wird dann an die zuständige Verfolgungsbehörde abgegeben (…)“.

Der Begriff „Verfolgung“ ist hier an Dreistigkeit und Hohn wohl kaum zu überbieten. Die „Achse“ schreibt: „Ana Agre droht also ‚Verfolgung‘, weil sie in Frankfurt am Main eine Israel-Fahne gezeigt hat… Wie selbstverständlich nimmt die Polizei die Seite der muslimischen Demonstranten und ihrer linken deutschen Unterstützerszene ein. Was wäre geschehen, hätten nicht sie, sondern Rechtsradikale die junge Israelin angebrüllt und beleidigt? Dann wäre der Vorfall ebenso selbstverständlich als ‚antisemitisch‘ eingestuft und in die Statistik der ‚rechtsradikalen antisemitischen Straftaten‘ aufgenommen worden. So entfällt der ‚Antisemitismus‘-Vorwurf (obwohl das Geschehene durchaus so interpretierbar wäre: eine Jüdin wurde als ‚Nazi‘ beschimpft, eine Israel-Fahne als Nazi-Symbol bezeichnet) und die Straftat wird der Jüdin zugeschoben.“ (DM)

 

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