Hört endlich auf die Experten!

Bild könnte enthalten: 1 Person, Text „Guten Morgen Hört ENDLICH auf die Experten! „Wir befinden uns am Anfang einer Epidemie in Deutschland" Jörg Meuthen Bundessprecher AfD“

Liebe Leser, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nun nach anfänglichem Zögern zugegeben: „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland.“

https://www.zeit.de/video/2020-02/6136460658001/covid-19-wir-befinden-uns-am-beginn-einer-corona-epidemie-in-deutschland

Wenige Tage vor ihm stellte ein namentlich nicht näher genannter, hoher EU-Diplomat in Brüssel fest: „Das Risiko, dass bald Millionen Europäer mit dem Coronavirus infiziert sein werden, ist ziemlich hoch.“

https://www.welt.de/politik/ausland/plus206118185/Corona-Epidemie-Was-die-EU-tun-kann-und-was-nicht.html

Natürlich drängt sich da die Frage auf: Wo ist eigentlich Frau Merkel bei diesem Thema? Gerade jetzt wäre Führung elementar wichtig, und wie stets, wenn es nicht um ihre eigenen Machtinteressen geht, lässt diese Frau die Dinge laufen.

Aber das Thema ist zu besorgniserregend und die Lage zu ernst, als dass nun die Zeit wäre für die üblichen politischen Scharmützel. Auch ich werde der Versuchung widerstehen, dieses Thema jetzt für umfassende Kritik an der Bundesregierung zu nutzen.

Das letzte, was wir nun in Anbetracht der Lage brauchen, ist parteipolitischer Streit über das Corona-Thema – gleichwohl werden natürlich zu späterem Zeitpunkt die Versäumnisse der Regierung zwingend aufgearbeitet werden müssen, sobald die Lage besser überschaubar ist und hoffentlich ihre Gefährlichkeit verloren hat.

Diese Versäumnisse sind nun aber vor einem anderen Hintergrund zu thematisieren, nämlich vor dem Hintergrund, was nun endlich zu TUN ist. Jedem von Ihnen, liebe Leser, wie auch den Mitgliedern der Merkel-Regierung, sei empfohlen, sich folgende Aussagen des Berliner Virologen Prof. Dr. Dr. Alexander Kekulé anzuhören, getätigt vorgestern Abend bei Markus Lanz.

https://www.youtube.com/watch?v=h1PSLrpkInM

Herr Professor Kekulé wies gleich zu Beginn seiner Äußerungen darauf hin, dass die schon vor Wochen zu beobachtenden Reaktionen der Behörden in China und auch in den USA überhaupt nicht zu den Beschwichtigungen passten, die man von offiziellen Seiten in Deutschland hörte.

Beispielsweise verfügte die US-amerikanische Bundesbehörde CDC, die für Seuchenkontrolle und -prävention verantwortlich ist, bereits vor Wochen einen vollständigen Einreisestopp für chinesische Staatsbürger – also zu Zeiten, in denen man uns hier in Deutschland damit beschwichtigte, es sei nicht so schlimm, wie Professor Kekulé anmerkte.

Die Frage muss gestellt werden: Warum also hat man einen solchen Einreisestopp nicht auch in Deutschland bzw. ganz Europa verfügt?

Auch die Behauptung, die normale Grippe sei viel schlimmer und würde mehr Todesopfer fordern, ist offenbar eine Beruhigungspille für die Bürger. Hier wurde argumentiert, dass die letzte große Grippewelle 20.000 Tote gefordert habe – das sei zwar richtig, so Kekulé, aber es seien auch 10 Millionen Menschen infiziert worden, was der üblichen Mortalitätsrate von ca. 0,2% entspricht.

Beim Corona-Virus müsse man dagegen mit einer deutlich höheren Sterberate rechnen, wobei man mindestens von 0,5% bis 1% ausgehen sollte.

Diese anfänglichen Verharmlosungen haben, wie er völlig zu Recht feststellt, dazu geführt, dass wir in Deutschland viel zu spät angefangen haben, uns systematisch auf die drohende Gefahr vorzubereiten.

Die zentrale Verantwortung hierfür in Deutschland liegt beim Bundesgesundheitsministerium und dem diesem Ministerium unterstellten Robert-Koch-Institut. Diese geben in Deutschland den fachlichen Takt in solchen Fragen vor.

Hier ließ man also viel Zeit verstreichen, die sinnvoll hätte eingesetzt werden können.

Allerdings hätte auch diese Zeit vermutlich nicht gereicht, um an anderer Stelle genügend Vorsorge zu betreiben, nämlich was die Frage einer ausreichenden Kapazität sogenannter Sonderisolierstationen in Deutschland angeht.

Solche Sonderisolierstationen sind aufgrund ihrer herausragenden technischen Ausstattung in der Lage, derart hochinfektiöse Fälle zu behandeln, ohne dass eine Gefahr für das behandelnde medizinische Personal besteht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderisolierstation

Nun fragen Sie sich sicher, liebe Leser, wie viele tausend Betten in Deutschland für uns Bürger im Fall der Fälle zur Verfügung stehen.

Die Antwort auf diese Frage hat mich, das gebe ich gerne zu, selbst überrascht. Sie lautet: 60.

Nicht etwa 60.000, sondern nur 60.

Sobald diese 60 Betten belegt sind, müssen die hochinfektiösen und zugleich dringend behandlungsbedürftigen Patienten in normale Krankenhäuser eingewiesen werden.

Dazu müssen dann dort ganze Abteilungen freigeräumt werden (wohin mit den dort liegenden Patienten?), und aufgrund der nicht den Sonderisolierstationen entsprechenden technischen Ausstattung muss sich das in diesen normalen Abteilungen beschäftigte medizinische Personal einer höheren Ansteckungsgefahr aussetzen.

Das hat nach Aussage von Professor Kekulé in der Historie stets dazu geführt, dass Teile des medizinischen Personals nicht mehr zur Arbeit erschienen, weil sie nicht bereit waren, sich und ihre eigenen Familien einer tödlichen Gefahr auszusetzen.

Sollte das auch in Deutschland passieren, so prophezeit der Virologe, dass „aus einer Krise eine Katastrophe“ werde. Hoffen wir alle, dass es nicht so weit kommen wird!

Die Gefahr, dass es aber so kommt, wird leider dadurch erhöht, dass die entsprechenden speziellen Atemschutzmasken (nicht gleichzusetzen mit dem Mundschutz, den man allenthalben sieht) in Deutschland im Moment nicht mehr in entsprechender Zahl verfügbar sind, weil die Hersteller diese nach China verkauft haben – laut Professor Kekulé auch deshalb, weil die Bundesregierung hier nicht eingegriffen habe, denn es sei ja alles „nicht so schlimm wie die Grippe“.

https://youtu.be/h1PSLrpkInM?t=1166

Eine andere, zumindest menschliche Katastrophe für die Betroffenen droht zu allem Überfluss dadurch, dass eine ausreichende Zahl von dann dringend benötigten Beatmungsplätzen möglicherweise nicht vorhanden ist. Der Hintergrund: Im Verlauf dieser Krankheit kommt es bei (zum Glück nur wenigen!) Patienten zu einem Lungenversagen von mehreren Tagen, das nur durch den Anschluss des Patienten an eine entsprechende intensivmedizinische Beatmungsmaschine überbrückt werden kann.

Nach Schätzung des Experten werden wahrscheinlich zwischen 5% und 10% der Infizierten ins Krankenhaus müssen, und von diesen wiederum wird wahrscheinlich jeder Zwanzigste eine solche Beatmungsmaschine brauchen – nur leider sind so viele Betten mit Beatmungsplätzen in Deutschland gar nicht verfügbar. Was wird man dann den Patienten sagen, die man nicht beatmen kann?

Professor Kekulé wies in diesem Gespräch auch darauf hin, dass er seit Wochen fordere, dass jeder Fall einer schweren Grippe parallel auf Corona getestet werde. Damit könnte man deutschlandweit sehr schnell erkennen, wo ganz akuter Handlungsbedarf ist.

Auf die Nachfrage von Markus Lanz, warum das bislang nicht gemacht wird, antwortet Kekulé: „Das müssen Sie Herrn Spahn fragen, das kann ich Ihnen nicht erklären. Ich habe das auch schriftlich an das Robert-Koch-Institut kommuniziert.“

In diesem dem Bundesgesundheitsministerium unterstellten Institut bestünde aber eine ihm nicht verständliche Gegenwehr in dieser Frage. Durch genau diese Unterlassung gab es laut Kekulé Infektionsfälle, von denen man bis heute nichts weiß, die aber in der Folge bereits zu Sekundärinfektionen geführt haben.

Diese Unterlassungen erscheinen dem Experten umso unverständlicher, als dass jeder Virologe wusste, dass es sich um chinesische Propaganda handelte, als es hieß, das Virus würde nur alte und kranke Menschen befallen, aber beispielsweise für das medizinische Personal bestünde gar keine Gefahr.

Die Frage muss erlaubt sein: Hatte man diesen Virologen nicht zugehört im Kanzleramt und im Gesundheitsministerium? Hatte man lieber auf die chinesische Propaganda vertraut, um beispielsweise die Handels- und Tourismusbeziehungen nicht zu schwächen?

Der dringende Appell des Experten an die Politik lautet nun: ALLE Fälle müssen bereits in einer Frühphase festgestellt und anschließend sofort isoliert werden.

Mein Appell an diese Regierung lautet: Hört endlich auf die Experten! Hört auf Menschen wie Prof. Dr. Dr. Alexander Kekulé!

Genau jetzt in diesen Stunden und Tagen ist die Kompetenz wirklicher Fachleute, also von Seuchenmedizinern und Virologen, gefragt. Alle Handlungsentscheidungen müssen auf deren Rat basieren.

Und klar muss auch sein: Ja, es wird wirtschaftliche Schäden geben, möglicherweise sogar erheblicher Natur. Das ist aber jetzt vollkommen zweitrangig. Die wirtschaftlichen Interessen unseres Landes haben zurückzustehen hinter dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger: Die Menschen haben nämlich einen Anspruch darauf, dass der Staat alles tut, um ihre Gesundheit vor einer drohenden Pandemie zu schützen.

Genau deshalb lautet meine Schlussformel heute auch nicht „Zeit für die #AfD„, sondern: Zeit für die Experten.

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Hier ein weiteres Interview mit Professor Kekulé zum heutigen Thema:

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus206169935/Alexander-Kekule-Was-Deutschland-jetzt-gegen-Corona-tun-muss.html

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