Deutschland 2019: Voll gegen die Wand gefahren

MAX ERDINGER                                                                                                     20. September 2019

Man kann es drehen und wenden wie man will: Unser Land präsentiert sich in einem besorgniserregenden Zustand. Die Bundeswehr ist zur Alibi-Armee verkommen, die Grenzen existieren zwar noch auf den Landkarten, aber sie funktionieren nicht mehr wie Grenzen. Die Landschaft ist mit riesigen Vogelschreddern zugestellt worden, es gibt eine „antinatalistische Bewegung“, welche die Fortpflanzung der Deutschen für ein Verbrechen gegen die „Umwelt“ hält, „Antifaschisten“ benehmen sich wie die Faschisten von anno dunnemals, es wird mit kostspieligen Anzeigen für Geldanlagen geworben, bei denen man garantiert bekommt, daß es zehn Jahre lang genau 0,00% Zinsen geben wird, und die Automobilindustrie erlebt allerweil einen Vernichtungsfeldzug gegen sich. Von „besorgniserregend“ zu „äußerst besorgniserregend“ steigert sich das alles, wenn man sich klarmacht, daß der Zustand lediglich eine Momentaufnahme ist. Es geht um eine Entwicklung.

So deprimierend der Zustand unseres Landes heute schon ist; die Prognosen sind noch viel deprimierender. Der kluge Mann baut vor, heißt es in einem Sprichwort. Damit er das kann, muß er heute schon versuchen, möglichst zutreffend vorherzusagen, was dereinst sein wird. Ausschließlich im Augenblick zu leben, wäre dämlich, da auch das Leben keine Momentaufnahme ist, sondern einen Verlauf kennt. „Don´t worry, be happy!“ kommt also der Aufforderung gleich, sich wie ein Idiot zu verhalten. Wenn man nicht mehr optimistisch in die Zukunft blicken kann, weil man stattdessen panisch werden muß, dann ist das ein deutlicher Verlust an Lebensqualität bereits in der Gegenwart.

Ein panisches Volk

Im Grunde ist das einzige, was dieses gespaltene Volk wirklich vereint, die Panik. Die Panik der einen generiert die der anderen. Aus der Umwelt- und Klimapanik heraus werden politische Weichenstellungen vorgenommen, die wiederum Panik bei denen auslösen, die der Umwelt- und Klimapanik (noch) nicht anheimgefallen sind. Das schaukelt sich gegenseitig hoch. Ein Blick zurück läßt erkennen, daß der Verlauf, in dem das steht, sehr wahrscheinlich dazu führen wird, daß die Paniker dann, wenn die Panik auf allen Seiten groß genug geworden ist, damit anfangen werden, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen beim Versuch, ihren eigenen, schmerzlich vermissten Seelenfrieden wieder zurückzubekommen.

Diese Betrachtung wiederum ist aber nur dann zulässig, wenn man zugleich unterstellt, daß es keine Macht gibt, die eine solche Entwicklung interessengeleitet vorantreibt, bspw. zu dem Zweck, die Zustände kurz vor ihrem Kulminationspunkt im übertragenen Sinne mit einer „gegen alle gerichteten Waffe“ sozusagen „einzufrieren“. Die Begründung jener Macht wäre dann, daß es im Augenblick mit Priorität darum gehen muß, den drohenden Bürgerkrieg zu verhindern. Und keiner der Paniker auf allen Seiten hätte ein vernünftiges Argument dagegen. Tatsächlich hätte der Schutz des Lebens eines jeden Panikers vor dem jeweils anderen oberste Priorität. Solange aber oberste Priorität der Schutz des Lebens als solchem ist, kann „die Macht“ nebenher eigentlich tun und lassen, was sie will. Es ginge also heute darum, sich darüber klarzuwerden, ob es jene „die Macht“, die seit langem beabsichtigen würde, sozusagen der „lachende Dritte“ zu werden, indem sie sich aufgrund eines selbst geschürten Konflikts dereinst als unerläßlicher Garant für die Sicherheit von Leib und Leben aller anderen installieren darf, als klar zu identifizierenden Feind aller Paniker heute überhaupt gibt.

Wenn es diese „die Macht“ gibt, dann wäre auf jeden Fall heute schon klar, daß sie gut daran täte, im zeitlichen Verlauf erst möglichst spät als „die Macht“ identifiziert zu werden, da der nicht identifizierbare Feind aller Paniker auch von keinem Paniker wirksam bekämpft werden kann. Es würde sich bei dieser „die Macht“ dann sinnvollerweise um einen nicht haargenau zu umreißenden Personenkreis handeln. Wer heute schon eine Ahnung davon hat, wer „die Macht“ sein könnte und wie er versucht, sich zur totalen Macht aufzubauen, der müsste auf den Begriff „Globalist“ ausweichen oder den Feind als „Soros“ bezeichnen, obwohl er weiß, daß Soros keinesfalls der einzige Feind ist, schon deswegen nicht, weil er aufgrund seines Alters nicht mehr lange einer bleiben wird. Er könnte „Soros“ nur als ein Synonym für eine diffuse Masse verwenden. Eine diffuse Masse ist aber nicht greifbar. Und der „Globalist“? – Das ist ein Typ Mensch, aber der läßt sich auch nicht genau umreißen, er ist nicht wirklich greifbar, weil er nicht individuell identifizierbar ist, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen. Wer genau wäre also jene „die Macht“? Und wenn sie nicht eindeutig zu identifizieren ist, wogegen müsste man dann vorgehen, um die panische Entwicklung umzudrehen und sie wieder abflauen zu lassen? – Da bleibt als heute bereits anzugreifender Feind lediglich eine gewisse (Un)geisteshaltung.

Die erste Voraussetzung für jeden Sieg

Die erste Voraussetzung für jeden Sieg ist der Raum. Das Fußballspiel wird innerhalb der Tor- und Seitenlinien entschieden. Um einen Boxkampf zu gewinnen, muß man „in den Ring steigen“. Im Krieg wurden Schlachten gewonnen. Wo? – Auf dem Schlachtfeld. Die ganze Welt als Austragungsort eines Kampfes ist unter dem Gesichtspunkt der Chancengleichheit im Kampf schon wegen ihrer relativen Unbegrenztheit kein akzeptabler Austragungsort für einen Kampf. Sie ist auch kein umgrenztes Feld, sondern eine Kugel, auf der jeder theoretisch jederzeit in jede Richtung ausweichen- und auch aus jeder Richtung attackieren kann. Schlußfolgerung also: Die Welt ist als Kampfarena abzulehnen. Deswegen braucht es einen alternativen „Boxring“, einen genau umgrenzten Kampfplatz, wenn über Sieg und Niederlage entschieden werden soll. Womit wir bei der Nation wären. Das ist ein genau definierter Raum. Erste Schlußfolgerung also: Wer politisch gewinnen will, braucht die Nation. Weil das so ist, wird also „die Macht“ zumindest in dieser Hinsicht schon personell identifizierbar. Es handelt sich um Personen, welche erklärtermaßen die Nation abschaffen wollen. Sie wollen sich in die Unangreifbarkeit begeben. Das kann man ihnen nicht durchgehen lassen.

Es ist daher auch nicht sinnvoll, sich bei der Beschwörung der Nation darauf zu versteifen, sie müsse deswegen erhalten bleiben, weil es um die eigene Kultur, die eigenen Traditionen und Gebräuche gehe, mithin also um die eigene Identität und das Recht auf eine solche. Das ist zwar nicht falsch, aber diese „Argumentation“ ist Zeitverschwendung im Verlauf der Entwicklung. Sie appelliert an Empfindungen und baut auf Rücksichtnahme des Feindes den eigenen Gefühlen gegenüber, so nach dem Motto: „Der Feind muß doch einsehen, daß …“ – Der Feind muß gar nichts, so lange man ihn nicht dazu zwingen kann, daß er muß.

„Wir sind doch alle nur Menschen“ ist zwar auch nicht verkehrt, aber das Problem ist die Idealvorstellung von „Mensch“, die dabei mitschwingt, und wie sie etwa in dem naiven Schnack von der „menschlichen Gesellschaft“ zu Tage tritt. Wir sind nämlich durchaus auch alle nur solche Menschen, die anderen Menschen ihren eigenen Willen aufzwingen wollen. Nein, die Nation ist zwingende Voraussetzung für einen Kampf, der auf zivilisierte Formen heruntergebrochen werden kann, mithin also möglichst wenig Leid für alle Kampfbeteiligten mit sich bringt. Das ist der Aspekt, unter dem die Nation als allererstes und unbedingt erhaltenswert zu begreifen ist. Die Nation ist Voraussetzung für den demokratischen Streit. Sie ist der genau umrissene Raum, in dem bei der politischen Auseinandersetzung überhaupt erst so etwas wie Chancengleichheit denkbar wird. Anders ausgedrückt: Gegen den UN-Generalsekretär macht der Landrat keinen Stich.

Klima: Das Zeitfenster

Es fügt sich nun ganz fabelhaft, daß die utopistischen „Nationenüberwinder“ neben ihrem Bestreben, die Nation abzuschaffen, noch ganz andere Gemeinsamkeiten haben. Die Schnittmengen bei den politischen Präferenzen der verschiedensten Antinationalisten sind beträchtlich. Zu beobachten ist, daß fast alle Antinationalisten zugleich auch glühende Environmentalisten sind, die sich auf den „anthropogenen Klimawandel“ eingeschossen haben, weil ihnen der wiederum dazu dient, ein globales Narrativ zu installieren, welches der gesamten Menschheit ein „gemeinsames Interesse“ vorgaukeln soll, über welches sie sozusagen zusammenzuführen -, die Nation mithin also zu überwinden wäre.  Das läuft nach dem Motto: „Gib allen etwas, über das sie sich gemeinsam die Köpfe heiß reden – und sie tun das, was sie sollen: Abseits ihrer jeweiligen, nationalen  Partikularinteressen reden sie miteinander. Worüber sie reden, ist nachrangig. Sie könnten sich auch über Scheißdreck unterhalten. Hauptsache, sie unterhalten sich und kommen sich so – menschlich – näher.“

Und genau damit wären die Antinationalisten vernichtend zu schlagen, so lange es die Nation noch gibt. Die Zeit drängt. Wer den völlig realitätsfremden Schnack vom anthropogenen Klimawandel als das im kollektiven Bewußtsein outen kann, was er ist, ein substanzloses Instrument zur Erreichung ganz anderer Ziele, ein Popanz, ein Nichts, der stärkt automatisch die Nation – und damit die erste Voraussetzung dafür, daß er mit der Aussicht auf einen Sieg gegen die Panik überhaupt in den Ring steigen kann. Deswegen ist der anthropogene Klimawandel letztlich nicht nur ein vermeintliches Thema, sondern tatsächlich das wichtigste überhaupt. Nicht wegen des Klimas als solchem – das ist ohnehin Kokolores wegen seiner Unbeeinflußbarkeit – , sondern weil mit dem Fall des Schnacks vom anthropogenen Klimawandel auch alle anderen Ideologiegebäude kollabieren, mit denen die unterstellte „die Macht“ ohne einen genau zu umreißenden Personenkreis operiert. Wenn dieser gigantische Popanz namens „anthropogener Klimawandel“ erst einmal entlarvt ist als das, was er ist, und wenn das dann niemand mehr „leugnen“ kann, dann geht auch die Panik wieder zurück, und die Chancen auf eine friedliche Zukunft steigen, weil die Nation automatisch mitgestärkt worden wäre. Mit dem Verschwinden des „anthropogenen Klimawandels“ verschwindet sowohl der Klimaflüchtling als auch die Deindustrialisierung unseres Landes. Und damit verschwinden dann auch alle diejenigen antinationalistischen Figuren, die den anthropogenen Klimawandel im Dienste jener  „die Macht“ propagieren, welche letztlich die gesamte Menschheit unter ihre Kontrolle zwingen will. Das Bedrohungsszenario einer panischen Gesellschaft, die durch einen Dritten davon abgehalten werden müsste, sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen, wäre gebannt.

Deswegen ist es wichtiger als alles andere, das Zeitfenster zu nutzen, das sich allerweil auftut. Die Klimaideologie wackelt bereits bedenklich. Die üblichen Verdächtigen aus der Linkspresse sind inzwischen dabei, nicht mehr vom anthropogenen Klimawandel als solchem zu reden, sondern sie beschäftigen sich mit der Frage, warum es bisher nicht gelungen ist, ihn bis zum letzten Kopf in der Masse als „die Wirklichkeit“ zu verankern – und was sie anstellen könnten, um ihr Ziel doch noch zu erreichen. Wer genau hinschaut, der bemerkt, daß in den Medienmeldungen das „anthropogen“ vor Klimawandel auf dem Rückzug ist. Es wird offensichtlich damit kalkuliert, die vermeintliche Tatsache, daß der Klimawandel anthopogenen Ursprungs sei, wäre bereits so in den Köpfen der Masse verankert worden, daß das nicht länger mehr betont zu werden braucht. Genau deshalb muß unbedingt das „anthropogen“ herausgestellt werden, sowie irgendjemand anfängt, vom Klimawandel zu reden. Die Frage ist nicht, ob es den Klimawandel gibt, sondern die Frage ist, ob er menschlichen Ursprungs ist. Das allein entscheidet darüber, ob sich der Klimawandel politisch instrumentalisieren läßt oder nicht. Jedes Wort über einen Klimawandel, das ohne das „anthropogen“ vor „Klimawandel“ daherkommt, ist vergeudete Zeit.

Es wird zur Zeit sichtbar, daß selbst unter den Klimapredigern immer weniger Figuren an ihre eigene Predigt glauben, daß sie aber gleichzeitig auch merken, wohin es für sie persönlich führen würde, wenn sie ihren Irrtum eingestehen müssten. Wenn dann noch herauskäme, daß es sich bei ihrem „Irrtum“ in Wahrheit um absichtliche Irreführung handelte … – man mag sich die Konsequenzen für die Lügenmäuler gar nicht ernsthaft ausmalen. Es geht wirklich nur noch um die Aufrechterhaltung der Propaganda, nicht mehr um den anthropogenen Klimawandel als solchen. Es gibt ihn nicht. Es gibt einen Klimawandel, mit dem kein Politiker etwas anfangen könnte, außer, evtl. notwendige Anpassungen an diesen Klimawandel zu formulieren. Die wiederum müssten pragmatischer – und keinesfalls ideologischer Natur sein. Wenn klar wird, daß alle wesentlich besser dran wären, würden sie von Realisten und Pragmatikern regiert werden, anstatt von Utopisten, Hypermoralisten, Lügnern und Ideologen, dann wäre das das Ende der bisherigen politischen Klasse in den Altparteien und in den Medien. Die Grünen wären Geschichte! Es käme einer deutschen Renaissance gleich. Und die ist es wert, das Thema „anthropogener Klimawandel“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf den Tisch zu bringen. Das Zeitfenster, in dem das noch geht, steht momentan sperrangelweit offen. Wer nur noch genervt aufstöhnt und sagt: „Klimawandel? Ich kann´s nicht mehr hören“, der verkennt die Chance. Der Klimawandel hat nicht Thema des Feindes zu bleiben, sondern es hat ihm zum Zwecke seiner Demontage aus seinen Händen gerungen zu werden. Der anthropogene Klimawandel ist genau die Keule, die sich bestens gegen diejenigen verwenden läßt, die seine Existenz – und noch viel mehr Blödsinn behaupten.

Die Klimaprediger sind inzwischen derartig von sich selbst besoffen, daß sie gar nicht merken, wie sehr sie sich selbst schaden mit einer DUH, mit Blockaden der Eingänge zur IAA, mit Demonstrationen auf der IAA, mit ihrem albernen Kreuzzug gegen den SUV, ihren Diesel- und allen anderen Verboten, ihrer Bauscham, der Flugscham und der Autoscham sowie dem geplanten morgigen Generalstreik von Fridays For Future, den brennenden Autos in den Großstädten – und so vielem mehr -, daß man mit dem Klammerbeutel gepudert sein müsste, um genau dieses Verhalten nicht dazu herzunehmen, die verzweifelte Lage für sich zu nutzen, in der sie sich ganz offensichtlich genau deswegen befinden, weil sie inzwischen zu solchen Maßnahmen greifen zu müssen glauben.

Die Entlarvung des anthropogenen Klimawandels als größter Hoax der Menschheitsgeschichte ist der Generalschlüssel zu einer friedlichen Zukunft in der eigenen Nation. Da werden nicht nur mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen, sondern fast alle. Fast alle Fliegen wissen das und das erklärt auch die Panik auf deren Seite. – Zugriff!

https://www.journalistenwatch.com/2019/09/20/deutschland2019-voll-wand/