Der „Stern“ fordert neue Klimadiktatur

DANIEL MATISSEK        28. Juli 2019

Foto: Collage

Wer noch Zweifel hatte, dass die Linken im Klimawandel endlich wieder die Chance gekommen sehen, ihre Umerziehungs- und Bevormundungsphantasien ausleben zu können, die mit dem Ende des realexistierenden Sozialismus vermeintlich gestorben waren, der sollte das „Essay“ im aktuellen „Stern“ des Journalisten Walter Wüllenweber lesen.

Die Kernbotschaft steht gleich in der Überschrift: In Sache Klimaschutz wird, kann, darf es fortan nicht mehr ohne Verbote gehen. Der Notstand ist längst da, er wurde medial erfolgreich herbeigeschrieben und in die Köpfe getrichtert, die Debatte darüber ist folglich „abgeschlossen“. Die Apokalypse kommt definitiv. Skeptiker des Klimawandels sind stummgeschaltet, sie haben im wissenschaftlichen Diskurs sowieso nichts mehr verloren. Für Gegenrede und Zweifel ist die Lage zu ernst. Die Dogmen sind gesetzt. Jetzt wird gehandelt. „Dass wir die Folgen des Klimawandels nicht nebenbei bewältigen, ist längst klar. Wir müssen die Mechanismen unserer Wirtschaft und unsere Lebensweise nicht nur anpassen, sondern radikal verändern.“ Es ist nicht weniger als ein Systemwechsel, dem hier das Wort geredet wird.

Die Demokratie stört

Doch nicht nur unsere Wirtschaftsordnung und die individuelle Freiheit müssen zurückstecken, wenn Planetenretter wie Wüllenweber und seine Kampfgenossen das Ruder übernehmen. Die eigentliche Revolution betrifft die Politik: „Zu den Kollateralschäden des Klimawandels gehört die Notwendigkeit, politische Entscheidungen schneller zu treffen und rücksichtsloser durchzusetzen.“ Als Beispiel wird das flächendeckende Tempolimit auf Autobahnen genannt: Wüllenweber hält mit seiner Empörung nicht hinterm Berg, dass immer noch keins beschlossen ist. Ärgerlich nur, dass es dafür im Parlament keine Mehrheit gibt (und die Maßnahme unter Sicherheits- und Umweltaspekten auch fast komplett wirkungslos wäre); nur ein Beispiel von vielen. Was schlussfolgert der „Stern“-Essayist daraus? „Die Demokratie stört. Um das Klima zu schützen, müssen politische Entscheidungen schneller und rücksichtsloser getroffen werden.

Hoppla, ein Verleser? Fordert der „Stern“ hier etwa einen autoritären Staat, unter Aushebelung der pluralen Entscheidungsprozesse? Tatsächlich. Wüllenweber: „Hört sich fies an. Ist es auch.“ Aber eben alternativlos. Denn: „Das Dumme ist, das Tempo des Klimawandels nimmt keine Rücksicht auf die Langsamkeit unserer Meinungsfindung.“ Wüllenwebers Schlußfolgerung: Viel Zeit haben wir verplempert. Darum heißt es jetzt: durchsetzen, auch gegen Widerstand.“ Widerstand muss also gebrochen werden; ob durch Beugehaft oder vielleicht gleich Konzentrationslager für Klimagegner oder -leugner, wird im Text leider nicht weiter ausgeführt. Da ist man sich beim „Stern“ noch nicht so einig. Mit Mehrheitsentscheidungen klappt es jedenfalls nicht:Das demokratische System der Teilhabe und Mitbestimmung hatte seine Chance – und es hat versagt. Noch immer fressen Deutsche Fleisch, fahren die falschen Autos, fliegen zu viel, atmen zu viel, dämmen zu wenig und zahlen zu wenig Klimasteuern. Wüllenweber: „Das hervorragende Prinzip der Freiwilligkeit ist in der Klimapolitik gescheitert.

Wo gehobelt wird, fallen Späne

Deshalb also jetzt:  Terreur, Ausnahmezustand. Fakten schaffen. Vor 80 Jahren schrieb einer, der auch die herrlich-segensreiche neue Weltordnung gegen alle Widerstände verwirklicht sehen wollte, in sein Tagebuch: „Wo gehobelt wird, fallen Späne.“ Der „Stern“ fordert im Prinzip hier exakt dasselbe, nur liest sich das dann so: „Natürlich muss weiterhin alles versucht werden, den notwendigen Wandel so fair wie möglich zu organisieren für die Millionen Beschäftigten der Autoindustrie, für die Bauern, die Flugzeugbauer oder für die Pendler. Doch wenn vollkommene soziale Gerechtigkeit so schnell nicht erreicht werden kann, muss der Wandel trotzdem sein. Das Soziale kommt ab jetzt erst an zweiter Stelle.“ Vielleicht bewirbt sich der „Stern“-Autor schonmal als Verantwortlicher des ersten Vierjahresplans „Umbau Klima“. Wüllenweber trieft spür- und lesbar der Geifer aus den Mundwinkeln, wenn er schreibt: Was jetzt gefragt sei, „ist der Rückgriff auf die alten Methoden Zwang, Verbote, Kontrolle, Strafe.“

Es ist die Fratze eines neuen Klima-Bolschewismus, die hier hinter dem konsumistisch-hedonischen Lifestyle edellinker Besserverdiener der Hamburger Journalisten-Créme durchschimmert. So wie ihre Vorgänger in der „Stern“-Redaktion einst unverhohlen mit DDR und realsozialistischen Verhältnissen sympathisierten, während sie selbst in Wohlstand und Freiheit am Jungfernstieg residierten und flanierten, so fordern sie heute nonchalant die Öko-Diktatur fürs Klima. Der „Stern“ begeht mit der Veröffentlichung dieses geradezu perversen Aufrufs einen Tabubruch. Was Wüllenweber da fordert, ist nicht weniger als die Aufhebung der freiheitlichen Grundordnung und des individualistischen Lebensmodells.

Wenn der Leitsatz „Wehret den Anfängen!“ jemals Gültigkeit besaß, dann hier und jetzt.

https://www.journalistenwatch.com/2019/07/28/wahnsinn-potenz-der/

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .