Was sonst?

Zitat:“Der Amerika-First-Präsident (…) der Russland-zuerst-Präsident“ (…) , beides wird im Kommentar der RZ „Europäer müssen endlich aufwachen“ in einen Topf geworfen, obwohl, oder gerade weil Ersterem dieses selbstverständliche, wenn auch undiplomatisch proklamierte Versprechen seinem Volk gegenüber den Wahlsieg eingebracht hat (was ihm Politik, Medien, Kirchen und Verbände, insbesondere hierzulande, bis heute und wie´s scheint dauerhaft, schwer übel nehmen. Nicht mal zurücktreten will der Kerl!). Letzterem hingegen scheint es der Kommentator anzukreiden, dass der, allerdings ohne Aufhebens davon zu machen, einfach das tut, wofür er gewählt wurde: er dient in erster Linie, zuerst, first,  seinem eigenen Volk.
Sinn und Zweck des Kommentars liegen erkennbar klar auf der Hand: durch das ebenso alltägliche wie allgegenwärtige Bashing des „Gott-sei-bei-uns“ Donald Trump ist dieser in der bundesrepublikanischen Wahrnehmung  zum Schwefelbuben, zum Monster,  „avanciert“ (worden). Von diesem zweifelhaften“Ruhm“ muß nun selbstverständlich auch Russlands, in hiesiger Medienlandschaft unbeliebter weil prinzipientreuer Präsident,  was abkriegen. So hat der Autor dann auch beide „Übeltäter“ kurzerhand auf eine Stufe gestellt, um damit zukünftig nicht mehr mühevoll differenzieren zu müssen. Beide in der gleichen Schublade – das vereinfacht ungemein.
Die überwiegend weniger kritische Leserschaft schluckts. Somit Ziel der Übung erreicht. Dass wir, nebenbei bemerkt,  derzeit außenpolitisch zwischen allen Stühlen sitzen, viel Feind, viel Ehr,  (auch mit vielen unserer einstigen europäischen Freunden hat´s die Kanzerlin vermasselt), und sich ein tiefer Riss durch unsere Gesellschaft zieht,  ist dem Autor keiner Erwähnung wert.  Daher: statt einer „Deutschland-zuletzt-Kanzlerin“ ist gegenwärtig  für unser Land nichts von größerer Notwendig- und Dringlichkeit, als  ein/e „Deutschland-zuerst-Kanzler/in“. Was sonst?