Wer schützt uns vor solchen „Volksvertretern“?

Einem  Artikel der RZ vom 22.06. zufolge, wonach „Deutschland (…)  einer der größten Profiteure der Milliardenhilfen zur Rettung Griechenlands (ist)“, hat unser Land seit dem Jahr 2010 2,9 Milliarden Euro an Zinszahlungen aus Staatskrediten erzielt, die nach Vereinnahmung in unseren  Haushalt eingeflossen sind. Das ist erfreulich für den Finanzminister. Zunächst! Es allerdings ist nur die eine Seite der Medaillle. Bei Betrachtung der zweiten Seite verliert die gepriesene erste Seite jedoch erheblich an Glanz.
Wie allgemein bekannt, ist Griechenland zahlungsunfähig. Mit einem Schuldenschnitt von 170 Milliarden Euro im Jahre 2012, Kredit-Laufzeitverlängerungen, Zinsabsenkungen und immer neuen Hilfsprogrammen seitens der Euroländer/EZB wird seit Jahren eine in dieser Form und in diesem Umfang noch nie dagewesene Insolvenzverschleppung  (Insolvenzverschleppung ist ein Straftatbestand)  betrieben. Dieser hat unsere Regierung als Vertreterin des größten Gläubigers, Deutschland, nicht nur zugestimmt, sondern sie maßgeblich unter dem Vorwand der Eurorettung betrieben. (Angela Merkel:“ Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“)
Kredite werden von Griechenland nicht getilgt, wie allgemein üblich, nein, sie wurden/werden auf Laufzeiten von bis zu fünfzig Jahre verlängert und endfällig gestellt, was defacto einem kompletten Schuldenerlaß gleichkommt. Es folgt daraus der Schluß: man hätte diesem Land die Milliarden ebenso zum Geschenk machen können. Der Staat Griechenland mit seiner geringen Wirtschaftskraft wird nie imstande, und auch nicht willens sein, seinem Schuldendienst vereinbarungsgemäß bzw. überhaupt nachzukommen. 
Nun komme ich zu den Zinsen, von denen unser Land dem Bericht zufolge so grandios „profitiert“. Wie bereits beschrieben, sind die Tilgungsleistungen für Griechenlands Kredite ausgesetzt. Es wird nichts an die Gläubiger zurückgezahlt. Selbst den Preis für die Kredite, das sind die Zinsen, kann (will?) Griechenland aus seinem Haushalt nicht bezahlen. So steht es denn vor unserer Haustür und fordert neue Kredite zur Begleichung unserer Zinsforderungen, die wir ihm, wen wundert´s,  nahezu bedingungslos zur Verfügung stellen. Darüber wiederum ist unser Finanzminister hocherfreut, generieren höhere Kreditforderungen doch automatisch auch höhere Zinszahlungen, die dann im Faß ohne Boden, dem Bundeshaushalt, sang- und klanglos verschwinden.
Das sprichwörtliche „dicke Ende“, die erwähnte dunkle Seite der Medaille, kommt wie immer zum Schluß. Dem Vernehmen nach belaufen sich unsere Forderungen an Griechenland (ausschließlich weiterer Milliardenbürgschaften) auf inzwischen 80 Milliarden Euro, das sind zum besseren Verständnis der ungeheueren Dimension, achtzigtausend Millionen, die sich durch jeden Kredit zur Bedienung unserer Zinsforderungen noch weiter erhöhen und nach Meinung fast aller Finanzexperten eines Tages als Totalverlust ausgebucht werden müssen. Profitabel? Das genaue Gegenteil ist der Fall! Einziger Trost (Achtung Satire)- das Geld ist nicht weg, es hat jetzt nur ein Anderer. Die Frage, wer ist dieser Andere? Ich werde zum Schluß noch darauf eingehen.
Vor diesem Hintergrund setzt unser Finanzminister Scholz dem beschriebenen Irrsinn nun die Krone auf, indem er die Absicht bekundet, die von uns kreditfinanzierten Zinsen wieder nach Griechenland zurück zu überweisen. Sofern er dieses Vorhaben verwirklicht (wer zweifelt daran?), schiebt er dem dort herrschenden korrupten Politikerkartell 2,9 Milliarden Euro zu, verzichtet auf uns zustehende Zinserträge und erhöht den Abschreibungsbedarf bundesdeutscher Ausleihungen. Denselben schiebt man allerdings in bewährter Weise immer wieder nach hinten, sodaß die Verantwortlichen hierüber niemals werden Rechenschaft ablegen müssen. Wer schützt uns vor solchen „Volksvertretern“?