Problemwolf

„Wolf wütet in Schafherde“, so die Überschrift zu einem Artikel in der heutigen Ausgabe der Rhein-Zeitung. Der Bericht beschäftigt sich mit den Auswirkungen eines Wolfsangriffs auf eine Schafherde, bei der „…mindestens 40 Tiere sterben“: Anette Wohlfahrt, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes wird darin zitiert mit den Worten:“Es war ein Bild des Grauens“, und :“ Weidetierhaltung und Wolf zusammen funktionieren nicht flächendeckend…“. Ich selbst bin auf einem Bauernhof mit vielen Tieren aufgewachsen. Zu diesen liebenswerten und unseres menschlichen Schutzes bedürfenden Wesen fühle ich mich zeitlebens tief verbunden. Bereits als Kind habe ich Tierbabys mit Flaschen großgezogen und schon als 14jähriger leistete ich Geburtshilfe im bäuerlichen Stall, während meine Eltern auf dem Feld waren. Ich kenne die Nöte und Sorgen von Bauern und Tierhaltern, wenn ihre Tiere leiden oder krank sind. Es ist wie das Leiden am eigenen Leib. 
Und ich kann den tiefen Schmerz eines Schäfers nachempfinden, wenn er die Bilder der Verheerung einer Wolfsattacke auf seine Herde ertragen muß. Ich halte es für Zynismus und es macht mich wütend, wenn es heißt:“…(kann) der betroffene Schäfer mit einer raschen Entschädigung rechnen.“ Mit viel Geld, Steuerzahlergeld, (denn damit läßt sich heutzutage ja alles regeln), ist dann der Schaden wieder behoben. Schwamm drüber, es soll sich niemand beschweren, „Einzelfall“, wie es im Bericht heißt, das hält uns nicht auf, eine wahnwitzige Ideologie durchzusetzen, koste es was es wolle. Ein der Wirklichkeit entrückter Nabu-Chef will denn auch BW „…schnell auf die Rückkehr der Wölfe vorbereiten“. Völlig ausblendend, dass ein wirksamer Schutz von Herdentieren nur mit erheblichem Aufwand herzustellen, bzw. garnicht möglich ist  und damit Schafs- und Damwildbesitzer vor nahezu unlösbare Aufgaben stellt. Das gilt sowohl in finanzieller wie auch logistischer Hinsicht.
Bleibt die Frage, wem nützt die Neuansiedlung des Wolfes in unserem industriell geprägten, überbewölkerten Land, mit einem der dichtesten Verkehrsnetze weltweit? Dem ebenfalls bedauernswerten Wolf jedenfalls nicht. Er trifft hier auf Verhältnisse, die seinen natürlichen Lebensräumen diametral gegenüber stehen. Nie würde er dort auf eine Herde eingepferchter (wie anders soll man Schafe halten?) Tiere treffen, die sich  seiner Attacke nicht durch Flucht entziehen könnte. Und er folgt seinem naturgegebenen Instinkt, wenn er diese wehrlosen Tiere in großer Zahl reißt. Mitnichten ist er ein „Problemwolf“, wie es im Bericht heißt, den man nur „entnehmen muss“. Die Konflikte sind vorprogrammiert und werden sich bei einer Fortführung dieser verhängnisvollen Wiederansiedlungsstrategie in dramatischer Weise mehren. Und nochmal: Schuld daran ist keineswegs der „Problemwolf“, nein, Schuld daran tragen einzig und allein verantwortungslose Ideologen, die den Realitäten in unserem Land völlig entrückt sind. 

Ein Gedanke zu „Problemwolf

  1. Rolf Zobel

    Rolf Zobel Lahnstein, 7.05.2018
    Rhein Zeitung: Nr- 105, vom 7.5.2018
    Leserbriefe: Neuansiedlung des Wolfs, Karl-Eugen Kaiser
    sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Kaiser,
    leider muß ich Herrn Kaiser ganz energisch widersprechen: Wölfe schaffen keine Probleme oder Konflikte, nein sie beseitigen Konflikte problemlos aus der Welt! Damit das wirklich jedermann nachvollziehen kann müssen auch Löwen, Tiger, Leoparden, Pumas und Panther wieder in Deutschland angesiedelt werden, um die Artenvielfalt zu erhalten. Das löst die Wildschweinplage und im Gebirge können alle kostspieligen Bergrettungen eingespart werden. Alle Wanderungen und Wald-und Feldarbeiten dürfen nur ohne Waffen durchgeführt werden, womit kostenloser Umweltschutz entsteht. Auch sonst können viele unnötige Kosten entfallen. Eltern die mit ihren Kindern nicht mehr klar kommen, schicken diese einfach in den Wald oder zum Wandern in die Natur und mit Senioren macht man es genau so und alle Probleme mit der Altenpflege sind ratzfatz nächstenfreundlich, umweltverträglich und tierfreundlich geregelt. So löst man heutzutage Krisen und Probleme und deren Folgen. Auch Gesetze und die ganze Justiz und Polizei werden dadurch überflüssig und die Haushalte schreiben nur noch schwarze Zahlen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Rolf Zobel

Kommentare sind geschlossen.