Offener Brief an die Redaktion der Rhein-Zeitung

Sehr verehrte Frau Clasmann,
sehr geehrte Mitarbeiter der Redaktion,
unter der Überschrift „Rechtspopulisten wittern große Bühne“  kredenzen Sie Ihren Lesern in Ihrer heutigen Ausgabe eine wahrhaft journalistische Meisterleistung. Sie übertrifft wahrlich all das um Längen, was  in der bisherigen Berichterstattung über die AfD in der RZ publiziert wurde. Ironie off.
Nach diesem „Meisterwerk“ müssen Sie sich fragen lassen, ob Sie ihre Abonnenten (ich gehöre auch dazu) und Leser überhaupt noch ernst nehmen. Offensichtlich ist das nicht der Fall. Bereits die Überschrift läßt die Stoßrichtung des tendenziösen Artikels erkennen. Nicht die demokratisch gewählte AfD ist es die „die große Bühne“ wittert, nein, das wäre zu harmlos, es sind die bösen „Rechtspopulisten“, die „Bühne wittern“ und die man schon zu Beginn mit einem beleidigenden Postulat zu diskreditieren sich bemüht. Der Leser des Artikels reibt sich die Augen, etwa wenn er liest, dass Zwischenrufe und „starke Beifallsstürme“ für die „eigenen Redner“ anderen Fraktion „auf den Nerv (gehen)“. Fühlen die sich etwa im Schlaf gestört? Was erlauben AfD? Beifallsstürme und Zwischenrufe hat die AfD gefälligst (demütig) zu unterlassen – das ist ein Privileg unserer Systemparteien. BASTA.
Oder, „dass die AfD ständig mit allen 92 Abgeordneten im Plenarsaal vertreten ist, erzeugt zudem einen gewissen Druck“. Genau das, sehr verehrte Frau Clasmann, ist auch die Absicht, die die AfD verfolgt, nämlich Druck auszuüben auf ein sediertes Alibi- und Scheinparlament, das eine gewisse Frau Merkel schon längst in einer derart subtilen Weise eingeschläfert und entmachtet hat, daß es diesem die ganze Zeit über nichtmal aufgefallen ist. Dazu bedurfte es des Einzugs der AfD in den Bundestag. Und dazu war dieser auch dringend nötig.
„Merkwürdig“ belieben Sie es zu benennen, wenn die AfD-Abgeordneten das tun, was ihre originäre Aufgabe ist, wofür sie als Volksvertreter gewählt wurden und wofür sie von eben diesem,  dem Volk bezahlt werden, nämlich an den Plenarsitzungen teilzunehmen. Analog dazu wäre es nach ihrem Verständnis wohl auch als „merkwürdig“ zu bezeichnen, wenn ein Arbeitnehmer des Morgens zum Dienst erscheint und dann auch noch den ganzen Tag über arbeitet. Paradoxer geht es nicht.
Der gesamte Artikel ist eine einzige Beleidigung der Intelligenz  Ihres sich für dumm verkauft vorkommenden Lesers, nichts weniger als eine Zumutung. Bitte kommen Sie Ihrem journalistischen Auftrag nach und kehren Sie wieder zu sachlicher und seriöser Berichterstattung zurück.
Mit freundlichen Grüßen
Karl-Eugen Kaiser

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