Hinzuverloren

Zum Leitartikel der RZ vom 17.03., Überschrift: „Schallende Ohrfeige für Europas Rechtspopulisten“
Seit des Vormarsches der sogenannten „Rechtspopulisten“ in Europa erleben wir das Phänomen, dass deren Siege in Niederlagen umgedeutet und die Niederlagen der „Etablierten“ als Siege gefeiert werden. Bereits bei den letztjährigen Landtagswahlen in unserem Land war zu vermerken, dass das Altparteienkartell erheblich Federn lassen mußte, die AfD aber überall auf Anhieb zweistellige Ergebnisse aus dem Nichts heraus gewann. Umso erstaunlicher fielen die Reaktionen der Wahlverlierer und der ihnen geneigten Presseorgane aus: Die Wahlverlierer  hatten ausnahmslos hinzugewonnen, die AfD „hinzuverloren“ (M. Klonovsky).
Nichts anderes erleben wir nach der Wahl in den Niederlanden. Eine „Schallende Ohrfeige für Europas Rechtspopulisten“ hat da die Leitartiklerin wahrgenommen,  völlig unbeeindruckt vom Votum der Wähler,  der ja gerade nicht den „Rechtspopulisten“, sondern, im Gegenteil,  seiner, der holländischen Regierungskoalition, eine krachende „Watschn“ verabreicht hat. Zu den Fakten. Die amtierende Regierung Rutte aus Rechtsliberalen und Sozialdemokraten hat von ihren bisher 71 Sitzen 37 verloren, demnach mehr als die Hälfte ihrer Mandate und ist somit vom Wähler für ihre verfehlte Politik massiv abgestraft worden. Ein Debakel, angesichts des Ausmasses der Niederlage.
Premier Mark Rutte verlor 5,2%, die Sozialdemokraten 19,1%. Diese haben sich mit dem Verlust von mehr als dreiviertel! ihrer bisherigen Wählerschaft geradezu pulverisiert (ein Signal für die Bundestagswahl?). Schlimmer gehts kaum.  Der „Rechtspopulist“ Geert Wilders mit seiner PVV hat sein Ergebnis zur letzten Wahl diesmal um 3% verbessert, 5 zusätzliche Parlamentsmandate erstritten und ist zur zweitstärksten Partei aufgestiegen. Und was lesen wir: siehe oben! „Postfaktizismus“ in Reinkultur – wann endlich schreitet Maas ein?