Der Terror der Gesinnungsethiker

Von Max Erdinger

Brüssel, Paris, Nizza, Würzburg, Reutlingen, München, Ansbach, Berlin, Saint-Étienne-du-Rouvray …. – wer auch immer aus der politisch-medialen Klasse jetzt mit der Relativierung und Pseudodifferenzierung fortfährt, befindet sich nicht länger mehr lediglich im weltanschaulichen Irrtum, sondern der begeht mit voller Absicht fortgesetzten Verrat an seinen Landsleuten und unserer Art zu leben.

Wollen die Verantwortlichen nun eigentlich täglich vor Kameras und Mikrofone treten und ihren stinkenden Schwulst von der Trauer, von der Unerträglichkeit, von der Schockiertheit und von der Solidarität mit den Hinterbliebenen in die Gegend scheißen? – Wie lange, dachten die, geht ihnen das durch? Warnen, fordern, Zeichen setzen Was wir in Deutschland zur Zeit erleben, ist auch der Terror der Gesinnungsethiker.

Da wird gewarnt, gefordert und Zeichen gesetzt, daß die Schwarte kracht. Immer von „den Anderen“ , bzw. an die Adresse der Anderen natürlich. Man warnt davor, die Anschläge der letzten Woche miteinander gleichzusetzen. Einmal habe es sich um einen Amoklauf gehandelt, ein anderes Mal um eine Beziehungstat und lediglich zwei der vier Anschläge hätten einen islamistischen Hintergrund gehabt. Das passiert in einem Land, in dem die Bayern, die Thüringer, die Friesen und Andere bereits zu den „Menschen in Bayern“, den „Menschen in Thüringen“ und den „Menschen in Friesland“ geworden sind, sofern sie nicht allesamt einfach die „Menschen draußen im Lande“ geworden sein sollten.

Die „Menschen in Deutschland“ sehen sich den „Menschen“ gegenüber, die „zu uns kommen“. Menschen-menschen-menschen … alles so schön menschlich hier. Wir sind alle nur Menschen. Das ist unsere Gemeinsamkeit. Eine Binsenweisheit ist es außerdem. Gemeinsamkeiten sollten wir betonen und die Unterschiede möglichst ignorieren. Na bitte, dann also: Die Gemeinsamkeit aller Anschläge der letzten Woche besteht darin, daß die Täter allesamt mehr oder weniger gründlich islamisch sozialisiert gewesen sind. Und noch nicht einmal der vernageltste Gesinnungsethiker wird behaupten wollen, daß die „Menschen in Deutschland“ in ihrer übergroßen Mehrheit genau das mit den Attentätern gemeinsam hätten. Es gibt Unterschiede zwischen Europäern und Moslems. Wer die allerdings herausarbeitet und benennt, der ist schneller ein Rassist oder ein Chauvinist, als er schauen kann. Davon gehen die Unterschiede freilich nicht weg. Und wenn sich wieder ein islamisch Sozialisierter irgendwo in die Luft sprengt, einem Priester den Kopf abschneidet oder jemanden totprügelt, dann ruft die Pflicht: Man muß sich vor ein Mikrofon stellen und die richtige Gesinnung zeigen, anstatt endlich etwas zu unternehmen, um diejenigen zu schützen, die verinnerlicht haben, daß es ein staatliches Gewaltmonopol gibt, aber keinerlei Recht darauf, sein Leben etwa dadurch selbst zu schützen, daß man sich bewaffnet.

Integration & Arroganz Der Gesinnungsterror der Bessermenschen ergänzt den Tatenterror islamischer Täter natürlich perfekt. Genauer: Er öffnet ihm Tür und Tor. Mit Wohlgefallen nimmt man in der islamischen Welt zur Kenntnis, wie sehnlichst der Westen sich den Dialog, den „konstruktiven“, den Konsens, den Kompromiß, die Buntheit und die Toleranz wünscht und denkt sich, daß man den Verwirrten wohl am besten nach dem Munde reden sollte, weil das die erfolgversprechendste Strategie sei bei der Schaffung von Tatsachen gegen genau diejenigen, denen man so lange nach dem Munde redet – und nur zu diesem Zweck.

Je länger der westliche Gesinnungsethiker sich mit seinem Glauben an die Versicherungen der islamischen Welt betäuben und sich ins Elysium der richtigen Gesinnung schießen kann, desto bessere Voraussetzungen, um islamische Fakten zu schaffen. Daß in Deutschland und anderswo Moscheen aus dem Boden schießen, Badezeiten für Muslimas in öffentlichen Bädern eingeführt werden, Schweinefleisch vom Speiseplan der Schulen gestrichen wird und vieles derartiges mehr, begreift der deutsche Gesinnungsethiker als einen Integrationserfolg.

Daß er womöglich ganz einfach einen gewaltigen Dachschaden haben könnte, kommt ihm nicht in den Sinn. Daß dieser Dachschaden von Moslems, die an Ergebnissen interessiert sind, genau als ein solcher identifiziert und ausgenützt worden sein könnte, wird da selbstredend völlig undenkbar. Nach der hundertsten Straftat als angeblich minderjähriger Moslem noch immer auf freiem Fuß? Wer könnte es einem solchen Täter verdenken, daß er die Deutschen für komplett durchgeknallt hält und daß seine Verachtung für eine derartig verteidigungsunfähige Schafsherde beständig wächst? Für ihn sind das alles Unterwerfungsgesten. Es ist auch von einer kulturgeschichtlichen Ignoranz und einer Arroganz, die ihresgleichen sucht, zu unterstellen, die Bundesrepublik Deutschland sei wegen ihrer Liberalität ganz allgemein das Traumland aller Kulturfremden. Arrogant ist es, einen gläubigen Moslem nicht ernst zu nehmen. Ein gläubiger Moslem jubelt nicht, wenn CSD ist. Er hält auch nichts vom Feminismus und von Geburtenkontrolle.

Von einer Feinstaubplakette hält er vermutlich ebenfalls nichts. Von seiner „Teilhabe“ an den Segnungen des deutschen Sozialstaats hält er allerdings viel, nicht zuletzt deswegen, weil ihm die beweist, wie recht er damit hat, diejenigen auszunutzen, die ganz einfach einen gewaltigen Sprung in der Schüssel haben – nach seinem Verständnis. Niemals würde er, der Moslem, die feindliche Natter an seiner eigenen Brust nähren. Das ist islamische Vernunft! Moslems interessieren sich im allgemeinen nicht für die gutmenschlichen Hirnfürze durchgeknallter Linksideologen mitsamt ihrem Gewäsch von „die Menschen“. Und mit Vernunft würden sie dieses Gewäsch auch nie verwechseln. Wenn aber des Moslems Leben noch nicht einmal unter materiellen Gesichtspunkten in der liberalen Gesellschaft funktioniert, dann wächst sein Haß auf die Verletzer aller seiner sonstigen Überzeugungen selbstredend ins Unermeßliche. Und dann knallt es eben öfter einmal.

Bewahrung des Status Quo

Das alles sind keine Einsichten, die irgendeinen durchschnittlich Vernunftbegabten überfordern würden. Raum greifen dürfen sie dennoch nicht, weil das alle diejenigen als verblendete Märchenonkels und – tanten outen würde, die bisher etwas ganz anderes behauptet hatten. Die haben nämlich dummerweise sowohl die politische als auch die mediale Macht.

Mit der wäre es dann vorbei. Also muß das dämliche Geschwätz der gutmenschlich Überzeugten unter allen Umständen als wahr verteidigt werden. Weil das argumentativ aber nicht mehr zu bewerkstelligen ist, wird zur Zensur gegriffen. Das Internet sei kein rechtsfreier Raum, heißt es da ungeachtet der Tatsache, daß die Regierungsbank inzwischen völlig zweifellos einer geworden ist. Da existieren dann plötzlich der „Haßkommentar“ und die „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, die nirgends eindeutig definiert sind, rechtlich schon gar nicht, um die „menschliche Gesellschaft“ vor den Realisten zu bewahren, die hinwiederum seitens der Regierung durchaus mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ überzogen werden dürfen. Wann hätte es das jemals gegeben, daß Volksvertreter große Teile des eigenen Volks ungestraft als „Pack“ bezeichnen?

Die deutsche Regierung, angeführt von einer völlig verblendeten Phantastin, kann sich eine ergebnisoffene Erörterung der Problemlage schlicht und einfach nicht leisten, ohne den eigenen Machtverlust vor Augen stehen zu haben. Darum wird dieses Volk von seiner eigenen Regierung belogen, verraten und verkauft. Es kann dem Dümmsten nicht entgangen sein, daß es einfach nicht stimmen kann, wenn ihm Erdogan von Merkel als Retter von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei angedient wird, während Ungarns Staatschef Viktor Orban und der russische Präsident Putin als Despoten geführt werden im limitierten Sprachschatz der „Menschen in der Regierung“.

Die politische Klasse Deutschlands vertritt schon längst nicht mehr die Interessen der Deutschen, sondern sie gefällt sich darin, als selbsternannte Volkspädagogenkaste den „Menschen in Deutschland“ die „richtige Gesinnung“ aufs Auge zu drücken – zu deutsch: Das Volk zu verblöden, zu entmündigen und sich selbst als Löser der „Herausforderungen“ (Probleme sind out!) zu verkaufen, die es a priori ohne diese verstiegene politische und mediale Klasse gar nicht gäbe. Das dürfte übrigens auch der Grund dafür sein, daß es in den öffentlich-rechtlichen Medien so dürftig um Reportagen aus Polen, Ungarn und der Slowakei bestellt ist.

Die wären nämlich geeignet, dem deutschen Schafsmichel vor Augen zu führen, daß es prosperierende Länder gibt, in denen sich die Regierung noch dem Volk verpflichtet fühlt – und nicht ihren eigenen ideologischen Vorlieben. Was meinen Sie, wie fühlen Sie sich? Daß es in Deutschland schon wieder möglich geworden ist, die Demokratie auszuhebeln, indem man einfach große Teile des Volkes als Rechte, als Populisten und reaktionäre Ewiggestrige von der demokratischen Debatte ausschließt, hat natürlich tiefergehende Ursachen. Den Deutschen gefällt es durchaus, sagen zu dürfen, was ihnen gefällt und welche Meinungen sie haben, so lange es das Richtige ist, das ihnen gefällt und die Meinung sozialverträglich ist.

Was wiederum sozialverträglich ist und was nicht, darüber befinden dieselben, die schon befunden haben, daß Moslems „Menschen islamischen Glaubens“ sind. Und zwar im Hintergrund. Also Menschen mit Glauben im Hintergrund. Daß der Moslem ein Moslem ist, steht aufgrund der Tatsache, daß alle Anschläge der letzten Woche von Moslems verübt worden sind, derartig im Vordergrund, daß man es einfach in den Hintergrund verschieben muß, wenn sich „keiner der Menschen im Lande das Falsche“ denken soll.

Deswegen ist der Moslem ein „Mensch mit islamischem Hintergrund“. Was früher zutreffend eine Lüge genannt worden wäre, segelt heute unter „Meinungsfreiheit“. Die Deutschen lassen es sich gefallen, daß ihnen von verschiedensten „Experten“, – die allesamt immer dann wie die Pilze aus dem Boden schießen, wenn es seltsamerweise einmal etwas zu „wissen“ anstatt zu „meinen“ gibt -, erklärt wird, wie sie die Dinge zu sehen haben. Hinterher haben sie dann die „richtige Meinung“. Keine Tagesschau, kein heute-journal, das nicht irgendeinen „Experten“ aus dem Hut zaubern würde, von dem noch kein Mensch je zuvor etwas gehört hat. Allein am gestrigen Tage waren es in einer einzigen Sendung der ARD ein Rechtsexperte, ein Terrorismusexperte und ein Angstexperte.

Im zweiten Programm ist zur selben Zeit eine Kochsendung mit einem „Gelbe-Rüben-Experten“ gelaufen, in der es um Karotteneis ging. Sie meinen, das war nicht so? Lassen Sie mir gefälligst meine Meinung! Ich meine, daß diese Sendung im ZDF gelaufen ist. Meinungsfreiheit, mein Lieber – und Basta! Man fragt in Deutschland nicht mehr, „sind Sie informiert worden?“, sondern man fragt, „fühlen Sie sich informiert?“ – und jede Wette: Alle fühlen sich so informiert, wie sie die gefühlte Temperatur fühlen. Aber sowas von. Insofern treffen islamische Terroranschläge mit faktischer Billigung macht- und geldgeiler Gesinungsethiker in der Regierung ein Volk, dem es gefällt, sozialverträgliche Meinungen anstatt Faktenkenntnis zu haben. Wäre ich Moslem, ich würde mich über dieses Volk vor Lachen ausschütten – und exakt so weitermachen wie bisher.